​Kleine Ost-Österreich-Tour 2026

18.3. bis 26.3.2026

18.3.2026

Unser Campingjahr beginnen wir heuer mit einer kleineren Österreich-Rundfahrt, also keine großen Entfernungen von Zuhause, aus gutem Grund. Dazu aber mehr in einer Vorgeschichte:

Im Frühjahr 2025 ist uns bei unserer Frankreichreise fast das komplette 12V-System im Aufbau ausgefallen. Grund war ein Wackelkontakt (Vibrationen während der Fahrt?) des 12V-Steckers für den Kühlschrank an der Hauptplatine des Elektroblocks. Durch den Schmorbrand wurde die Platine so stark beschädigt, dass auch andere Verbraucher und Funktionen nicht mehr funktionierten. Ein Original-Ersatzteil für ein fast 20-jähriges, italienisches Wohnmobil zu bekommen ist fast unmöglich. Auch eine Reparatur wäre nicht dauerhaft möglich gewesen und nur provisorisch. Außerdem waren wir mit der festgestellten Art und Qualität der Installationen (Stand ca. 2005) bei einer genaueren Inspektion auch nicht zufrieden. Somit habe ich beschlossen die gesamte 12V-Anlage im Aufbau zu erneuern und zu verbessern. Zum Einbau kommen die  hochwertigen Produkte von VICTRON ENERGY. Das gesamte neue System ist smart, inklusive Lithium Battery, Solar, Ladegeräte,  Shunt, Wechselrichter, Bedienpaneel, usw... Auch wurden die meisten Kabel gegen neue mit höheren Querschnitt getauscht. Das neue System soll natürlich zuerst ausgiebig getestet werden, darum ist eine Österreich-Tour ideal - sollten irgend welche Probleme auftreten...


Das Wetter ist nicht gut, der Winter meldet sich zurück. Darum wird aus unserem 1. Stopp im Salzkammergut leider nichts - es schneit bis in die Tallagen. Wir fahren gleich weiter in die Südsteiermark, nach Unterschwarza zum Stellplatz von Ulli & Thomas. Wir nehmen die schellste Route über die Pyrnautobahn und stellen nach 490 km um 16:00 Uhr unseren Camper auf dem Stellplatz beim Restaurant Oliver kocht ab. Nur 3 weitere Wohnmobile stehen mit uns am Platz, die Saison ist noch nicht gestartet. Für heute lassen wir es gut sein, nur ein kurzer Spaziergang in die kleine Ortschaft Unterschwarza machen wir vor dem Abendessen im bekannten Restaurant von Oliver. Die Backhendln schmecken wieder einmal ausgezeichnet und auch der steirische Wein mundet. Im Camper werden die Heizung und TV aktiviert, - mal schauen ob morgen früh alle neu installierten Geräte noch funktionieren.

Die GPX-Datei vom Spaziergang für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden


19.3.2026

Erfreulicherweise gab es keine Probleme mit der Elektrik, nur die Smart-TV Funktion (Netflix, Amazon Prime, usw...) von unserem TV genügt uns jetzt nicht mehr, da muss wohl ein neues Gerät her. Das Wetter bessert sich auch, nur ist es noch etwas kühl. Wir bereiten uns auf eine Radtour auf der südsteirischen Weinstraße vor. Es ist die erste Tour von Daniela mit ihren neuen Ebike, ich hoffe, daß alles zu ihrer Zufriedenheit abläuft. Entlang des Murtal-Radweges fahren wir zur neuen Mur-Rad-Brücke in Oberschwarza und weiter zur Grenze nach Spielfeld. Dort beginnt für uns die eigentliche Weinstraße. Wir radeln entlang der Grenze Slowenien/Österreich durch das Hügelland und sind wieder einmal fasziniert von der schönen Landschaft. Immer wieder bieten sich Rastmöglichkeiten entlang der Route an. Durch Weinberge rollen wir nach Gamlitz, dem Hauptort hier an der südsteirischen Weinstraße, hier machen wir Pause. Das Wetter hält auch und nach 46 km endet diese Rundfahrt durch die Weinberge wieder auf dem Stellplatz in Unterschwarza. Heute wird im Camper gekocht, ein weiterer Test für unseren Neuinstallationen. Auch diesen Test besteht die Elektrik anstandslos.

Die GPX-Datei von dieser Tour für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden.


20.3.2026

Wir brechen die Zelte in der Steiermark ab und machen uns auf den Weg nach Niederösterreich ins Marchfeld. In der Nähe von Bad Radkersburg bei Pfarrdorf halten wir beim Wohnmobil-Stellplatz Camp 7. Dazu gehört auch eine beliebte Pizzeria, leider hat der Stellplatz noch geschlossen, öffnet erst am 1.April. Ein paar Kilometer weiter Fotostopp bei der berühmten Riegersburg. Dann erreichen wir auch schon das Burgenland. Oberwart, Eisenstadt, den Neusiedlersee und Parndorf lassen wir links liegen. Diese Gegend heben wir uns für später einmal auf. Unser Ziel ist das Marchfeld in Niederösterreich. Das kleine Dorf Zwerndorf an der slowakischen Grenze hat einen Campingplatz, dort wollen wir hin. Der MarchCamping Zwerndorf ist ein kleiner, gemütlicher Platz mit sehr netten Besitzern. Nur zwei weitere Camper stehen mit uns am Platz, wir lieben diese kleinen, ruhigen Campingplätze! Die Fahrt hier her war 270 km lang, alles Bundes- und Landstraße. Abends machen wir es uns vorm Camper gemütlich.


21.3.2026

Das Wetter ist weiterhin ganz OK, einer weiteren Radtour steht somit nichts im Weg. Ich habe mir eine Rundfahrt mit Grenzüberschreitung in die Slowakei am Vortag zusammen gestellt und auf mein iPhone geladen. Die meiste Zeit radeln wir auf Radwegen, Feldwegen und Nebenstraßen durch die Auenlandschaft entlang der March. Die March ist in dieser Gegend auch Grenzfluss. Die March-Thaya-Auen an der Grenze zur Slowakei bilden eine der bedeutendsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Das 1.200 Hektar große Herzstück ist das Naturschutzgebiet Untere Marchauen bei Schloss Marchegg. Es beheimatet die größte baumbrütende Weißstorchkolonie Mitteleuropas und über 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Die Störche sind schon zurück aus dem Winterquartier und beginnen klappernd mit dem Brutgeschäft. In Angern an der March setzen wir mit der Flußfähre auf die slowakische Seite nach Záhorská Ves über und radeln auf der anderen Marchseite nach Süden. Immer wieder entdecken wir Überbleibsel vom ehem. Eisernen Vorhang und zahlreiche Storchennester auf den Hausdächern. Auf der Höhe von Marchegg wechseln wir wieder nach Österreich und statten dem Schloss Marchegg einen kurzen Besuch ab. Mitten in den malerischen Marchauen, umgeben von Jahrhunderte alten Bäumen und von den Störchen bewacht, liegt das frisch restaurierte Schloss Marchegg. Das ursprüngliche Schloss wurde als Stadtburg an der nordwestlichen Ecke der Stadtmauer nach der Schlacht bei Groißenbrunn, bei der Ottokar II. im Jahr 1260 den ungarischen König Béla IV. besiegte, errichtet und sollte an der Grenze zu Ungarn Schutz bieten. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1346. Nach einer Rast im Schlosspark radeln wir über die Gemeine Oberweiden zurück nach Zwerndorf. 38 km lang war die sehr unterhaltsame ,,Flachetappe".

Die GPX-Datei von dieser Tour für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden.


22.3.2026

Wir verabschieden uns vom Marchcamping in Zwerndorf und fahren nur ein paar Kilometer gen Süden. Ein schon länger gehegter Wunsch von mir geht heute in Erfüllung - wir besuchen Schloss Hof im Marchfeld. Noch dazu findet heute der alljährliche Ostermarkt im Schloss Hof statt. Wir parken am Ostrand des riesigen Parks. Die Tickets haben wir gestern schon online gelöst, also entfällt das Anstehen an der Kassa. Zuerst besichtigen wir das Schloss, leider ist innen fotografieren u. filmen verboten. Jeder Raum birgt faszinierende Besonderheiten und vermittelt das Lebensgefühl des 18. Jahrhunderts in lebhafter Weise.

HIER gelangt man zu einen virtuellen Rundgang in den Räumlichkeiten.

1725 erwarb Prinz Eugen von Savoyen ein vierflügeliges Kastell aus dem 17. Jahrhundert und ließ es zu einer großartigen Schlossanlage ausbauen. Damals entstand das beeindruckende Ensemble von Schloss, Garten und Gutshofanlage, das auch heute noch zu erleben ist. Dreißig Jahre später – 1755 – übernahm Maria Theresia den Landsitz. Tiefgreifende Veränderungen am Schloss wurden in den Jahren 1773 bis 1775 vorgenommen: Das Gebäude wurde um ein Stockwerk erhöht und die Räume des ersten Stockes neugestaltet.

Prunkstück der riesigen Anlage ist aber der barocke Garten. Das zur Marchniederung abfallende Gelände östlich des Schlosses war allein schon wegen seiner Lage prädestiniert, um einen Garten nach französischem Vorbild zu errichten. Innerhalb von wenigen Jahren ließ Prinz Eugen auf insgesamt sieben Terrassen durch den Architekten Johann Lucas von Hildebrandt und den Garteningenieur Anton Zinner einen der bedeutendsten Gärten des deutschsprachigen Raumes anlegen. Die vertikal verlaufende Mittelachse, entlang der sich zahlreiche Brunnen befinden, teilt den Garten auf jeder Ebene in zwei spiegelbildlich gestaltete Bereiche.

Bis 16:00 Uhr genießen wir das Oster-Flair im riesigen Schlosspark, und ich kann eine weitere Habsburger-Residenz in meine Besichtigungsliste aufnehmen. Wir bleiben heute ab nicht in der Gegend, sondern wollen noch in die Wachau, nach Rossatz zum Wachau-Camping Rossatz. Wien wird nördlich umfahren und nach 124 km stehen wir vorm Schranken am Campingplatz. Es sind noch genug Plätze frei und so bekommen wir eine Parzelle direkt beim Donauufer mit freien Blick auf die andere Seite nach Dürnstein.


Die GPX-Datei von der Schloss Hof - Besichtigung für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden.


23.3.2026

Mit dem Ebike in der Wachau entlang der blauen Donau - das werden wir heute machen. Wir radeln durch blühende Marillen- und Obstplantagen, Auen, Dörfer und Felder Donauaufwärts nach Hocharndorf, dort setzen wir mit der Fähre über auf die andere Donauseite nach Spitz. Meistens auf Radwegen geht es weiter hinunter entlang der Donau durch Weißenkirchen und weiter nach Dürnstein mit seiner weltberühmten Ruine. Bekannt ist die Burg aus der Sage um Richard Löwenherz.

Zur Sage: Der Englische König Richard Löwenherz zerriss bei einem Kreuzzug nach der gewonnenen Schlacht die österreichische Fahne und weigerte sich, die Kriegsbeute mit Leopold V. zu teilen. Darauf ließ Leopold V. den englischen König auf der Rückreise des Kreuzzuges gefangen nehmen und übergab ihn seinem Vasallen in der vor kurzem neu erbauten Burg Dürnstein 1192-1193 zur standesgemäßen Verwahrung. Richard Löwenherz wurde nach Zahlung eines Lösegeldes von 150.000 Mark Silber wieder in Freiheit gesetzt.

Genau gegenüber von Dürnstein, auf der anderen Donauseite erkennen wir unseren Camper auf dem Campingplatz. In der Hauptsaison (Mai - Oktober) fährt von Dürnstein eine Fahrrad- und Personenfähre hinüber nach Rossatzbach. Wir müssen aber weiter nach Osten bis Mautern zur Brücke um die Seite wechseln zu können. Die Runde komplettieren wir auf der rechten Seite der Donau zurück nach Rossatzbach. Fast 39 km ist diese Tour lang, davon ca. 90% auf gut ausgebauten Radwegen. Den Nachmittag und Abend verbringen wir mit ,,Schiffe schauen" auf unserer Parzelle vorm Camper. 

Die GPX-Datei von dieser Radtour für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden.


24.3.2026

Gut ausgeschlafen und nach einem leckeren Frühstück sind wir bald schon wieder auf Erkundungstour in der Wachau. Heute radeln wir stromabwärts Richtung Krems. Bei Mautern verlassen wir den Donauradweg und biegen nach rechts ab in die Weinberge. Wir wollen hinauf zum Benediktinerstift Göttweig. Auf dem Weg dorthin durchfahren wir eine Ortschaft mit den lustigen Namen Klein-Wien. Hier scheint die Zeit in den 1970er Jahren stehen geblieben zu sein, inklusive Kaufhaus und Kellergasse. Man glaubt der Simon Polt  mit seinem alten Waffenrad biegt gleich um die Ecke! Gleich nach der Kellergasse in Paudorf geht es runter um dann gleich steil anzusteigen hinauf zum Stift.

Benediktinerstift Göttweig

Unübersehbar thront das Benediktinerstift Göttweig in 422 m Seehöhe am östlichen Rand des weltberühmten Donautales der Wachau. Seit 2000 Weltkulturerbe ist es heute nicht nur Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt, getragen von einer Gemeinschaft von 33 Mönchen. Das Kloster – aufgrund seiner großartigen Berglage auch das „Österreichische Montecassino“ genannt – wurde 1083 als Kloster für eine Kanoniker-Gemeinschaft gegründet, die nach der Augustinus-Regel lebte. 1094 wurde Göttweig den Benediktinern übergeben. Heute sind von den mittelalterlichen Bauwerken Göttweigs nur noch Reste vorhanden.

Durch die einmalige erhöhte Lage hat man einen tollen Rund-Um-Blick in die Wachau nach Krems, und auch das ehem. AKW Zwentendorf ist gut erkennbar. Wir lassen es wieder dem Berg abwärts rollen über die Brücke bei Mautern und biegen rechts ab nach Krems.

Die historische Altstadt von Krems rund um das Steiner Tor, die Gozzoburg und der Körnermarkt erzählen von Handelsleuten und Pilgern, von Macht und Wandel. Die Statutarstadt Krems an der Donau blickt auf über 1.000 Jahre Geschichte zurück – und prägt als Bildungs- und Kulturzentrum gleichzeitig die Moderne. Die wunderschöne Altstadt von Krems zählt zum UNESCO-Welterbe Kulturlandschaft Wachau. Die enge Verbindung von Krems zum Weinbau spiegelt sich in der Landschaft genauso wie in Brauchtum und Festen wider.

Wir radeln den uns schon bekannten Weg retour nach Rossatzbach zum Campingplatz. Fast 41 km liegen heute hinter uns, und wir haben wieder viel Neues gesehen.

Die GPX-Datei von dieser Radtour für das Smartphone oder Navi kann HIER heruntergeladen werden.


25.3.2026

Und so schnell ist er da: der letzte Tag dieser Österreich-Tour. Morgen geht es schon wieder nach Hause. Heute wandern wir direkt vom Campingplatz Rossatz hinauf zum Mugler, einem 515 m hohen Aussichtsberg in der Wachau, bekannt für seine reizvollen Tiefblicke in das Donautal und auf die berühmten Weinorte Loiben, Rossatz, Dürnstein und Weißenkirchen.

Eine sehr detaillierte Wegbeschreibung findet man HIER und die passende GPX-Datei fürs Smatphone oder Navi HIER.

Eine sehr schöne, wenig anstrengende Wandertour durch Weinberge, Laub- und Kiefernwälder mit immer wieder tollen Ausblicken. Einen Teil der Wanderung absolviert man auf dem Smaragdeidechsenweg, dieser kleine grüne Drachen ist ja das Wahrzeichen der Wachau. Nach ca. 10,6 km sind wir wieder am Campingplatz und freuen uns erst einmal auf eine heiße Dusche und ein kaltes Bier.

Das war also unsere erste Ausfahrt 2026. 

Fazit:

-  Wunderschönes Österreich

-  die neue Elektrik funktioniert einwandfrei

-  tolles Wetter

-  sehr gutes Essen und viele nette Menschen kennen gelernt



26.3.2026

Die Heimfahrt verläuft problem- und staulos, nach ca. 400 km Fahrt sind wir wieder wohlbehalten zuhause.